Sonntag, 19. Juni 2011

Ich hab Bauschschmerzen, so viel hab ich gegessen. Essenstechnisch finde ich echt keine Mitte mehr, gestern hatte ich schon mindestens das Doppelte meines Tagesbedarfs, heute bin ich auch schon wieder bei.. bestimmt 3000kcal.

Ich rutsche wieder ein bisschen in meine depressive Stimmung zurück. Ich wünschte, ich könnte meiner Therapeutin mal authentisch sagen, wie es mir geht. Aus der Stimmung heraus, nicht nur als Nacherzählung, die ich mir selbst fast nicht mehr abnehme und herunterspiele.
Sobald ich dort vor der Tür stehe ist alles weg, jedes Gefühl, nur meine lächelnde Maske bleibt zurück.
Manchmal glaube ich kenne ich mich ohne Maske gar nicht mehr.. ob traurige Maske, fröhliche Maske, ich bin zur einzigen Maske geworden.
Ich steigere mich einfach in alles, schon fast künstlich, hinein.

Ich habe mir (mal wieder *Augenroll*) eine Liste gemacht mit Dingen, die ich unbedingt ansprechen möchte, wenn ich wieder bei meiner Thera bin. Unbedingt!
Aber ist noch verdammt lange hin... noch 2 Wochen! Ich dachte ich würde sie nur 3 Wochen nicht sehen, sind aber doch 4 :x
Vllt. poste ich die Liste hier auch noch.. sie ist zumindest mal als Entwurf gespeichert. Mal sehen.

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Heute war ich mit meiner Familie in Calais und an einem Kap (Namen vergessen), von dem aus man England sehen konnte.. war wesentlich unspektakulärer als es sich anhört, dafür sind wir insgesmt ca 3,5 Stunden mitm Auto rumgetuckert.. nicht so toll :/

Gleich geh ich nochmal mit an den Strand, weil ich hier sonst wieder nur auf dumme Ideen komme. Ich hoffe, dass ich heute früher ins Bett gehe als gestern - wurde fast 3 Uhr. Und das in nem Chat mit Leuten, die auch nicht grad die positive Eigenenergie weg haben. Ich tu mir momentan echt keinen Gefallen.

Ich fühle mich so unverstanden, selbst von mir! Ich blicke nicht mehr durch und habe Angst, dass mir keiner wirklich helfen kann. Am liebsten würde ich wirklich in ne Klinik gehen und einfach mal Programm haben, keine Maske aufsetzen müssen. Das schwebt mir in meinem Kopf vor, aber sobald die Möglichkeit real werden würde, hätte ich wieder eine Mörderangst. Was ist, wenn meine Probleme nicht groß genug sind?

Ja, es ist grotesk. Ich schwebe zwischen dem Gedanken "Ich bin nicht krank, scheiße" und "Ich hab Angst nicht mehr gesund zu werden, scheiße". Das Ding ist, dass sich für mich einfach alles dermaßen normal anfühlt.. nicht als ob ich krank wäre! Ich kann nicht annehmen, dass ich krank bin, genauso wenig, wie dass ich gesund bin. Und was ich wirklich bin, kann mir wohl niemand sagen.
Ich hab Angst den schmalen Grad zwischen Bagatellisierung und Übertreibung nicht entlang laufen zu können.
Alles was ich weiß ist, dass diese Gedanken ein verschwurbeltes Etwas bilden, ich komme immer wieder dort raus, wo ich am Anfang auch war.
Furchtbares Chaos.. fast wie eine Lissajou-Figur.

Ich versuche echt alles zu analysieren, Objektivität herzustellen, wo es keine gibt. Es gibt eigentlich nie welche, aber in bestimmten Fällen noch weniger, als in anderen.
Mit Subjektivität komm ich so gar nicht klar... wie gut dass Wissenschaft so hoch anerkannt ist.

Kommentare:

  1. Weisst Du was ich mich immer frage? Wenn Du bei mir im Blog schreibst, ist alles sehr klar mit vielen richtig guten Gedanken und Anregungen. Und wenn es um Deine Belange geht, ist es, als fändest Du den roten Faden nicht.

    Du beschreibst es ja auch manchmal, dass Du oft das Gefühl hast, es wäre gut wenn es Dir nicht gut geht. So habe ich es jedenfalls verstanden. Als hättest Du Angst vor einem normalen Leben. Oder ist es die Angst dann funktionieren zu müssen?

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  2. Ja, wenn man von außen auf das Geschehen blickt, ist es glaube ich immer leichter, zu erkennen, was schief läuft.

    Ich hab Angst, funktionieren zu müssen, totale! Bzw. "funktionieren" tue ich ja im Moment noch, nur genüge ich meinen Perfektionsansprüchen überhaupt nicht.. und die "will" ich noch nicht aufgeben, denn dann hätte ich "versagt".

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