Samstag, 6. August 2011

I was dating a transvestite: My mother said "Marry him. You'll double your wardrobe."

Mein Herz schlägt im Takt der Musik, zumindest gefühlt.
Gestern hatte ich spät abends noch einen totalen Motivationschub und hab aufgeräumt, bin dann bei Platzregen rausgegangen und Rad gefahren. Ein Gefühl von Freiheit mit verschmierter Wimperntusche, zerlaufenem Eyeliner rumzufahren und durch die größte Pfütze zu fahren, sodass meine Schuhe klatschnass werden. Ich bin lächelnd mit Regenjacke und Musik im Ohr durch die Grünanlage gefahren, es hat wirklich gut getan.

Heute ist der Tag.. okay, nicht gut aber auch nicht schlecht, aber langsam breitet sich ein einengendes Gefühl in mir aus, bedrückend, undefinierbar.
Ich muss heute noch einkaufen gehen und wollte mich bei einem Fitnessstudio informieren, am liebsten wär mir eins mit 24h-Öffnungszeit. Ich geh auch mal nachts um 2, wenn mich die Motivation überkommt. Und das ist nunmal meist in der Nacht. Dann ists schön leer, dann kann ich vor mich hingrinsen, bescheuerte Kopfpläne schmieden ohne dass mich der Typ von der Hantelbank gegenüber dumm angafft.
Freiheit!

Naja, wie gesagt, rauskommen ist grad die größte Hürde für den Moment. Ich sitz schon fett geschminkt da, aber ich hab Angst totale Panik und Fluchtreflexe zu bekommen, wenn ich jetzt raus gehe. Ich fühl mich wirklich labil, da reicht oft schon ein einziger Blick aus (nein, er muss nichtmal schräg sein!) und ich würd am liebsten davonlaufen.

Aber einkaufen muss ich heute irgendwann, auf jeden Fall. Einen Tag ohne Klopapier stell ich mir nicht so prickelnd vor ;)

Ich denke momentan wieder verstärkt über einen Klinikaufenthalt bzw. Tagesklinik nach. Ich hab Angst mit der ambulanten Therapie keine grpóßen Sprünge mehr zu schaffen, weil meine Gedanken- und somit auch Verhaltensmuster absolut eingefahren sind.
Ich bin in Verhaltenstherapie, grunsätzlich geht diese ja davon aus, dass ich mein Verhalten ändere und sich die Probleme dadurch auflösen. Meine Therapeutin ist von dem Ansatz mit mir zwar schon abgewichen, weil das absolut keinen Erfolg brachte, aber das ist ihre Ausbildung. Ich bin wirklich froh, dass sie für mich da ist und möchte auch nicht mehr von ihr weg, aber auf der anderen Seite kann sie mir einfach nicht mehr effektiv helfen.
Blödes Dilemma, ich möchte doch keinen Therapeutenwechsel :/

Klinik, Tagesklinik, darf ich das überhaupt? Geht es mir dafür schlecht genug? Ja, zentrale Frage für mich. Ich wünsche mir so sehr, dass mir jemand in den Arsch tritt und sagt: "Hey, dir gehts beschissen, du gehst in ne Klinik, keine Widerrede". Ich will nur einfach keine Verantwortung für meine Entscheidung übernehmen. Ich will nicht übertreiben und meine Probleme größer darstellen, als sie sind. Es wäre der Horror für mich, in einer Klinik zu sein und zu bemerken, dass ich doch eigentlich im Vergleich zu den Mitpatienten nur "Problemchen" habe.

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