Donnerstag, 4. August 2011

Ich lese momentan ein Buch, heißt "Essattacken" und ist von Heike Hinsen.. bin leider nur bis Seite 40 gekommen. Ich empfehle es jedem, der bereit dafür ist, sich selbst zu akzeptieren und auch respektieren.

Aber ernsthaft? Ich bin dafür nicht bereit, es wurde mir mit jeder Seite mehr bewusst, ich möchte mich nicht selbst lieben. Hört sich bescheuert an? Genau, das ist es auch. Arya hat ganz passend geschrieben: "Denn das ist die Natur einer Essstörung. Sie will überleben." So siehts aus, nur dass ich nicht sagen würde, dass es bvei mit hauptsächlich um eine ES geht, sondern um das komplette Konstrukt, das ich mir während meiner mittlerweile 17 Lebensjahre zusammengebastelt hab. Da gehts nicht nur um Essen, das ist ein neuer Aspekt.

Und in meinem Kopf ist "sich selbst respektieren, lieben, ..." gleichzusetzen mit "versagen". Ja, klingt ziemlich bescheuert, ich weiß. Aber wenn ich mich respektiere ´, hab ich den Faktor "Selbsthass" nicht mehr um mich anzutreiben. Wenn ich schon zufrieden bin, ist das Verbesserungspotential minimiert.
Zufrieden sein bedeutet, dass alles okay ist, wie es ist. Das wird es laut meinem Kopfkonstrukt aber nur sein, wenn "Dies und Das" eintritt. "Dies und Das" lassen sich austauschen, ist "Dies und Das" mal erreicht, wird dieses degradiert á la "War doch gar nicht so toll, freu dich doch nicht über so einen Kleinscheiß" und sofort durch ein neues Ziel ersetzt.
Ich glaub ich schreib grad recht wirr, weiß es aber nicht besser auszudrücken.

Aber genau weil ich mit dem aktuellen Zustand jetzt nicht (und auch sonst nie) zufrieden bin, darf ich mich nicht selbst lieben. Weil das wäre Versagen. Ich drehe mich im Kreis, JA!

Und im Endeffekt hab ich mir dieses Buch nur im naiven Glauben, dass es mir eine Patent-Lösung um FAs zu vermeiden, bietet geholt.
Die gibts nunmal nicht. Und ich will wieder abnehmen, ungesund, so schnell wie es nur geht. Ich will wieder nichts essen können und keine Fressattacken haben müssen.
Das will ich, ich will nicht gesund werden.

Blöde Erkenntnis und nimmt einem so ziemlich alle Perspektiven auf Besserung, wo ich mal wieder da angekommen wäre: Ich muss dieses Gedankenkonstrukt loswerden. Leider definiert es mich und sich selbst loszuwerden ist leider nicht ganz so einfach ;)

Tüdelüü.. ja. Also wer wirklich aus seinem Teufelkreis raus will und gesund werden möchte:

---> Heike Hinsen: "Essattacken - Ausbruch aus einem Teufelskreis" <---

Cheers.

1 Kommentar:

  1. Oh ja, diese gemeine Ambivalenz. Man will es ja, man will doch irgendwie loskommen und einfach "normal" sein. Aber nein, eigentlich ist es genau das, was man nicht sein will. Man will etwas Besonderes, Einzigartiges sein, setzt sich Ziele, weil sie so einfach und roboterähnlich zu erreichen sind.
    Und das Gemeinste ist, dass es eben nicht kombinierbar ist. Ich kann nicht sagen "Ich liebe meine Figur, mich, meinen Körper, mein Leben" und gleichzeitig hungern. Es geht nicht. Das eine wird immer das andere schwächen. Und wir werden uns weiter Gründe suchen, uns selbst anspornen, triggern.
    Aber versuch tiefer zu blicken. Bei mir ist es meine Mutter, die es ausgelöst hat. Wut auf Geldverschwendung, Wunsch nach Aufmerksamkeit, wollte auf mich stolz sein. Es war mir egal, auf was ich stolz bin. Ich habe mir sogar als Ziel gesetzt, nachts auf dem Boden zu schlafen. Und als ich es erreicht habe, wollte ich es schaffen, unter dem Bett zu schlafen. Am Tag drauf davor einen Horrorfilm geguckt.
    Ich denke, so ist der Mensch gemacht. Er will sich immer mehr verbessern, immer höher, besser, stärker. Nur, was paradox ist: Dieser (eigentliche) Überlebensmechanismus hat sich bei uns in etwas Lebensgefährendes verwandelt und seine ursprüngliche Aufgabe völlig vergessen.

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