Mittwoch, 20. Juni 2012

Ich esse jetzt seit gut 2 Wochen normal und das macht mir Angst! Ich will mich nicht mit meinem Körper abfinden, ich will nicht immer so dick bleiben. Ich will nicht alles verlieren, was mir noch geblieben ist.
Ich will nie mehr den sicheren Schutz der Kliniken missen, ich will nicht allein auf mich gestellt sein.
Sie werden meinen Aufenthalt nicht auf Ewigkeiten ausdehnen, dabei bräuchte ich genau diese Ewigkeiten, um auch mal wieder nur annähernd klar zu kommen.

Wen hab ich denn noch? Niemanden?
Meine Betreuerin zieht sich immer mehr zurück.
Meine Eltern sind sowieso ne Katastrophe.
Meine Therapeutin meldet sich seit Monaten nicht mehr.
Meine Freunde haben jetzt alle Abi gemacht und ziehen weg.

Angst, Angst, Angst. "Wenn ich normal esse, denken die doch, dass es mir gut geht", laute Stimme.

Ich kann denen hier nicht vertrauen. Das Gefühl, nie wieder "leben" zu können, lässt mich in eine Schockstarre verfallen.
Will nicht mehr essen, will hungern.
Will mich wieder verletzen.
Definiere meinen Charakter mal wieder als "nicht mehr zu retten".

Meine Zukunft ist genauso diesig, wie das Wetter hier.

Kommentare:

  1. Ich kann die (irgendwie selbst auferlegte) emotionale Zwickmühle total nachempfinden. Aus deiner Sicht muss das alles so verdammt aussichtslos wirken.. Wie wäre es mit einer Art Tagesklinik, die du im Anschluss besuchen könntest? Da lernst du dann auch wieder andere Leute kennen, kannst dort vielleicht Halt in neuen Kontakten finden?

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    1. Ich kenne ja die Psychiatrie in meiner Stadt und das ist leider die Einzige, die dort tagesklinische Betreuung anbiett - und die ist leider echt verdammt schlecht.

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  2. offenes geheimnis: nur weil man hungert, kriegt man nicht mehr aufmerksamkeit und hilfe. und nichts geht besser, im gegenteil. man mach es sich so noch schwieriger. klar, das bedürfnis (zu zeigen wie schlecht es einem geht) wird dadurch mehr befriedigt, aber es ist nur dieses bedürfnis und nicht das bedürfnis nach aufmerksamkeit ...

    am ende hat man keine wahl... ich mein klar, du kannst versuchen, dich noch mehr zu zerstören, noch mehr in das denken "ich kann das nicht" reinmanövrieren, aber am ende ändert das nix! klarkommen musst du vor allem als du selbst. (das ist auch das, woran ich knabbere und was mich verbittert^^ also sorry, wenn es so hart klingt)

    wenn dir die alten kontakte als persönlichkeiten wichtig sind: renn ihnen nach, tu etwas, damit sie dir nicht abhanden kommen.
    wenn es egal ist, im prinzip, wenn es dir nur darum geht, dass "jemand" da ist, kannst du neue suchen...

    aber ich denke du weißt, dass du dich da rausfischen musst und es nicht lustig ist, aber der einzige weg...

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    1. Oh, du bringst es so unheimlich treffend auf den Punkt. Danke dafür.

      Und trotzdem ist es so schwer aus allen Gedanken auszubrechen. In seinem eigenen Kopf gefangen zu sein, zerreißt einen innerlich...

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