Dienstag, 12. Juni 2012

Ich hab das Gefühl, gar nicht mehr abschalten zu können, die vielen Aktivitäten spannen mich total an. Ich hetze nur noch herum... da merkt man wieder, dass ich total in diesem klischeehaften "alles oder nichts" drin bin - leider.
Heute habe ich wieder ein Einzel. Meine Kristallkugel hat mir zugeflüstert, dass meine Therapeutin es total toll finden wird, dass ich so viel mit Mitpatienten zutun habe.
Selbiges Szenario hatte ich doch schon mal, nur mit meiner ambulanten Therapeutin! Man erinnere sich: Genaaaaau, das war... 1 Woche bevor ich in die Psychiatrie gekommen bin.
Warum? Weil es mich fertig macht. Ständig am gute Laune verbreiten, immer lachen. die Starke sein... Gott, warum kann ich nicht einfach authentisch sein und einen Mittelweg finden?

Ich will gesund werden. Ich wills immer noch.
Ich weiß nur nicht mehr wie, ich verliere schon wieder die Hoffnung, täglich ein bisschen mehr.

Es tut mir Leid, dass ich in meine alten Muster abdrifte. Oder einfach nur schwarzmale... aber ich weiß nicht wohin sonst, mit diesem schrecklichen, zerrissenen Gefühl, das mir gerade alles was ich die letzten Tage geschafft habe, zunichte macht.


Edit: Frühmorgenstief überstanden, die Welt sieht zwar immer noch alles andere als kunterbunt aus, aber es ist aushaltbarer.

Kommentare:

  1. Hallo,

    also ich lese deinen Blog nun schon einige Zeit und ich muss mal los werden, dass ich es ganz toll finde, wie du kämpfst! Du machst das Alles doch schon sehr gut und es ist eben nicht einfach mit psychischen Problemen im Alltag zurecht zu kommen.
    Ich weiß, wie das ist mit dem "Gute-Laune Verbreiten" und "die Starke sein" vor den Anderen.
    Auf der einen Seite ist es sehr anstrengend, auf der anderen aber auch ein gewisser Schutzmechanismus, den du nicht von heute auf morgen ablegen musst!
    Gib dir selbst ein wenig Zeit, je besser man sein Gegenüber kennen gelernt hat, desto einfacher fällt es, auch mal "man selbst zu sein". Und ich möchte dir nochmals, aus eigener Erfahrung :), versichern, dass dich die Anderen dann auch nicht weniger wertschätzen werden.

    Liebe Grüße,
    Sarah

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    1. Oh, dankeschön!
      Ja, du hast Recht, das ist ein kurzfristig wirklich wirksamer Schutz - Ich schütze mich damit vorm bodenlosen Fall und biete gleichzeitig keine Angriffsfläche für verbale Angriffe.
      Wobei letzteres in der Klinik kein so großes Problem ist, weil ich weiß, dass die Mitpatienten alle ziemlich verständnisvoll sind - Zumindest hab ich so das Gefühl, obwohl gelästert wird. Komisch eigentlich...
      Vielleicht macht mich auch einfach das Wissen, dass andere auch sehr verletzlich sind und im Notfall viel Angriffsfläche zum verbalen Rückschlag bieten, sicherer.
      Klingt ziemlich unmenschlich, merke ich beim Schreiben.

      Danke für das Feedback! :)

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