Donnerstag, 4. April 2013

Mein Leben ist gerade so wunderbar normal. Wie das Leben einer Abiturientin, 1 Woche vor ihrem Abi.

Ja, gerade merke ich gar nicht, dass mir sonst doch noch so viele Brocken im Weg liegen. Oder sind es nurmehr Kieselsteine, geschliffen vom Wasser, das die Flut gebracht hat?
Vielleicht war das "Land unter" wichtig für meinen Weg, meine Entwicklung.

Gerade jedenfalls, habe ich wirklich wenig Grund zur Klage.
Morgens stehe ich nach ewigem Wecker-Ausdrücken auf und frühstück noch schlaftrunken etwas mit meinem Freund. Fahre mit meinem neuen türkisen Hollandrad, das ich so heiß und innig liebe, der Sonne entgegen und stelle es an der Mauer der Unibibliothek wieder ab. Finde mich kurz darauf in Lesesälen mit schönen hellen Holztischen und riesigen Fensterfronten wieder, schmeiße meinen halben Tascheninhalt auf den Tisch, um meine Geldbörse zu finden und mir einen Automaten-Cappuccino zu holen. Milchpulver-Geschmack in den letzten Schlücken, Klangkarussel im Ohr, lernen.
Irgendwann abends bei mir zuhause vorbei fahren, meine Sachen in dem riesigen Chaos abladen, Unterwäsche einpacken und meiner ungemütlichen WG den Rücken zuzukehren.
Abendessen mit meinem Freund kochen, müde werden, müde vom Tag.

Irgendwie ist gerade alles so wunderbar. Ich liebe es zwischen Studenten zu sitzen und zu lernen, ich liebe es, Mathe- und Physikaufgaben zu lösen.
Ich liebe es überall nur nie daheim zu sein. Irgendwie ist mein Leben gerade so wunderbar spannend, so absurd das bei der Lernerei klingen mag - Aber es ist toll, zwischen Terminen selektieren zu müssen. Und ich freue mich so sehr bei dem Gedanken, dass ich in 2 Wochen wieder entspannen kann und Zeit habe - für mich, meinen Freund, wenn auch nur für 2 Wochen.
Danach gehe ich in eine Klinik bei Basel, um von den vielen Medikamenten, die ich gerade nehme, wegzukommen. Ambulant geht das einfach nicht, die Umstellungsversuche haben mir bis jetzt immer so sehr auf die Verfassung geschlagen, dass sie abgebrochen wurden.

Aber auch darauf freue ich mich, wieder an mir arbeiten zu können, in der Klinik. Es wird hart, aber hoffentlich auch gut.

Kommentare:

  1. Wie schön, dass du dein Leben gerade so gut im Griff hast. Natürlich wünsche ich die weiterhin nur das Beste.

    Liebe Grüße
    Emaschi

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    1. Vielen lieben Dank, Emaschi :)
      Ich dir auch, großen Drücker!

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  2. Cool :) Was musst du denn alles nehmen?

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    1. Momentan:
      Ritalin (Methylphenidat)
      Velafaxin (Verkaufsname = Wirkstoff)
      Seroquel (Quetiapin)
      Truxal (Chlorprothixen)
      Stangyl (Trimipramin)

      Außerdem noch 2 andere Medis, aber keine Psychopharmaka, die sollen auch drin bleiben.

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