Freitag, 2. August 2013

Nach gefühlt unendlich großer Distanz zwischen mir und meinem Freund hatten wir gestern eine gemeinsame Sitzung bei unserer Therapeutin. Etwas seltsame Situation, dass sie uns beide so gut aus der Therapie kennt, aber genau das hat die Möglichkeiten dieser Sitzung auch auf ein ganz anderes Level gebracht.

Es hat unheimlich gut getan. Ich kann das gar nicht genau beschreiben, wie es abgelaufen ist. Anfangs war ich komplett verschlossen, konnte meinem Freund nicht mal in die Augen schauen. Mit viel innerem Kampf haben wir beide unser bestes gegeben, um miteinander mal wirklich wieder zu reden. Darüber, was uns nervt und darüber, was wir uns wünschen - ohne für den anderen mitdenken zu wollen.
Es ist so grotesk, aber in diesem Punkt auf sich selbst zu achten hat uns emotional wieder viel näher gebracht, obwohl wir einander zuvor nur vor dem anderen beschützen wollten.
Irgendwie ist da wohl echt ein Knoten geplatzt, das befreit unheimlich und das wirkt sich auf meine komplette Gefühlswelt aus. Ich war sowas von emotional am Ende, als ich bei meiner Therapeutin ankam (zuerst hatte ich ein Einzel, dann kam mein Freund dazu), sodass schon wieder die Überlegung aufkam, ob ich sofort zurück in die Klinik gehe - und verdammt, gerade ist es wieder so viel aushaltbarer. Es ist bei weitem nicht gut oder schon gar nicht super, aber sehr viel leichter zu ertragen.
Keine Angst mehr vor der Beziehung, keine Angst mehr vor dem Aus der Beziehung. Vertrauen wiedergefasst. Ich bin so froh!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen